»Für das Wort danke ich Ihnen tausendmal, Hochwürden,« sagte das Weib schluchzend und lachend zugleich, in demselben Augenblicke aber fühlte Peter seine Hände von rechts und links erfaßt und warm gedrückt. Auf der einen Seite besorgte das der Vetter Martin und nickte dazu mit dem Kopfe, wie zu etwas ganz Selbstverständlichem, und von der anderen Seite war es Marie, die in überwallendem Gefühl die Hand des Bruders an ihre Lippen zog.
Dem aber ward es mit einem Male wie zu enge in der Stube; er stand auf und ging hin und her. Auch seine Schwester hatte sich erhoben und sagte:
»Ich muß nun nach Hause gehen, meine Wirtschaft wartet auf mich!«
»Ich gehe mit Dir!« sprach Frohwalt und griff nach seinem Hute.
Vetter Martin hatte gleichfalls die Absicht gehabt, sich zu entfernen; als er das Wort hörte, sah er ganz eigentümlich drein, setzte sich fester in seinem Stuhle zurück und wandte sich mit einer Frage an Frau Franke, welche wohl den Zweck haben sollte, auch diese von der Begleitung der beiden Geschwister abzuhalten. So gingen diese mit einander fort und traten auf die Gasse in den hellen Sonnenschein.
Sie waren lange nicht so nebeneinander hergeschritten und aus manchem Fenster sah man ihnen verwundert beinahe nach. Ueber ihnen selbst lag eine gewisse Befangenheit, aber durch die Seele der jungen Frau ging trotz alledem ein Glücksgefühl.
Endlich begann der Priester zu sprechen, beinahe alltägliche Dinge, und so kamen sie bis an das Haus des Uhrmachers.
Hier blieb Marie stehen, als ob sie glaubte, ihr Bruder werde sich nun von ihr verabschieden. Anstatt dessen aber sagte dieser:
»Ich möchte doch auch einmal sehen, wie Du Dich eingerichtet hast, und was Dein Mann macht.«