Eine heiße Röte flog über Mariens Wangen, und mit leuchtenden, liebeerfüllten Augen sah sie zu ihm auf; sie sprach nur das eine Wort: »Komm!« aber darin lag ihre ganze aufjauchzende Seele.

Sie traten ein in das freundliche, ungemein saubere Zimmer, und Freidank kam ihnen entgegen. Als er den Schwager sah, erschrak er beinahe, aber Marie, die ihm den Kleinen, der die Händchen verlangend nach ihm ausstreckte, entgegenhielt, sagte:

»Peter wollte sehen, was Du machst!«

In dem Gesichte des Uhrmachers stand eine tiefe Bewegung geschrieben; er wagte nicht, selbst die Hand auszustrecken, aber als ihm der Priester seine Rechte reichte, ergriff er sie und hielt sie einige Augenblicke schweigend fest, Frohwalt aber bemühte sich, so unbefangen als möglich zu erscheinen; er berührte nichts von der Vergangenheit, sprach seine Freude aus über den anmutigen, friedlichen Eindruck der ganzen kleinen Häuslichkeit, ja er nahm auch das Kind auf den Arm, das sich gar nicht vor ihm zu fürchten schien, und nach kurzem Aufenthalte entfernte er sich wieder. In dem kleinen Hause aber ließ er einen Hauch der Freude zurück, dessen er sich bewußt war und der ihn selbst beglückte.

Er hatte bei diesem Besuche an Quandt und Frau Friederike denken müssen.

Wie er nun, auf der Gasse hinschreitend, gegen die Kirche herankam, begegnete ihm der Vetter Martin; er kam auf ihn zu, und drückte ihm die Hand mit den Worten:

»Du hast heute mehr als einen Menschen glücklich gemacht; Gott vergelt' Dir's!«

Dann ging der Alte ohne Aufenthalt weiter, Frohwalt aber wendete sich nach dem Pfarrhause, um dem Pfarrer Ignaz seinen Besuch zu machen, wie es schon die Höflichkeit erforderte. Er traf denselben daheim und er empfing ihn mit gemessener Freundlichkeit.

»Sie bringen uns also den neuen Glaubenssatz aus Rom mit!« sagte er nach den ersten allgemeinen Begrüßungen.

»Ich bringe es nicht, Herr Pfarrer, denn ich habe mich so wenig wie mancher Kirchenfürst überzeugen können, daß es zum Segen für die Kirche sein wird,« erwiderte Peter ernst.