Drittes Kapitel.

Die Kunde, daß Freidank »evangelisch« geworden, war bereits am andern Tage im ganzen Städtchen verbreitet, und Peter Frohwalt hatte sie in der Sakristei der Kirche von dem Kaplan erfahren, der einige bissige Bemerkungen daran geknüpft hatte. Er selbst hatte alle Mühe, während des Meßopfers seine Gedanken von dieser Sache abzulenken, aber nach Beendigung desselben kehrte die mühsam verhaltene Erregung um so heftiger zurück. Er machte einen Gang über den Friedhof und zum Grabe seines Vaters, und sein Auge schweifte auch nach dem Winkel hinüber, wo Grethe Freidank beerdigt worden war. Dort stand der Uhrmacher und schien zu beten.

Auch das erbitterte den jungen Priester, und so kehrte er nach Hause zurück, wo Mutter und Schwester mit dem Frühstück auf ihn warteten. Er legte seinen Hut beiseite, und indem er die Handschuhe auszog, sprach er:

»Wißt Ihr's schon – Freidank will Protestant werden!«

»Das habe ich beinahe gedacht,« bemerkte Marie halblaut; der Bruder aber sagte heftig: