»Ich gönne ihm alles von Herzen! Er hat viel Glück: Ruhm, Reichtum und … was er sonst wünscht, wird ihm zuteil – –«

»Ach, Sie meinen Therese Haller?«

»Ich habe ihm seinerzeit geschrieben von dem Vorkommnis, durch welches Frau Haller Witwe wurde, und seine Antwort aus dem Feldlager war wie ein Aufjubeln des Herzens, voll Siegeszuversicht.«

»Na, wenn's der Himmel fügt, so sollte mich auch das für ihn freuen!« sprach Martin, und wehmütig nickte der junge Mönch dazu.

Dann gingen die zwei unter den blühenden Bäumen hin und redeten noch Manches von dem gemeinsamen Freunde. Eben als Severin sich entfernen wollte, kam aber Peter Frohwalt. Auch er war blaß, aber seine Augen schauten hell und friedlich drein; er trug nicht mehr das Abzeichen des Priesters, das Collare, um den Hals.

»So ist's recht,« – rief ihm Martin entgegen – »Drei gehören zu einem Kollegium! Auch für Dich habe ich interessante Nachrichten.«

»Und Sie gehen, da ich komme,« sagte Frohwalt freundlich zu dem Kapuziner – »ich kann es Ihnen nicht übel nehmen!«

Das Gesicht Severins rötete sich plötzlich:

»Womit habe ich es verdient, Herr Doktor, daß Sie mir so wehe thun? – Ich weiß, was Sie sagen wollen mit Ihren Worten, aber glauben Sie mir, daß ich mich nicht scheue, mit Ihnen zu verkehren, sondern im Gegenteil, es stets und unter allen Umständen für eine Ehre ansehe, in Ihrer Gesellschaft sein zu dürfen.«

»Auch wenn vielleicht nächsten Sonntag schon der Herr Pfarrer triumphierend von der Kanzel herab meine Ausschließung aus der Kirche verkündet?«