[1] Gelobt sei Jesus Christus!
Er antwortete, da ihm Gruß und Antwort von seinem Prager Aufenthalte her bekannt war:
»Až na věky.«[2]
[2] In Ewigkeit!
Dann ging er rascher weiter; es war ihm unbehaglich, daß der erste Gruß, den ihm die neue Heimat entgegenbrachte, nicht in den Mutterlauten klang, und er hatte auch die unbestimmte Furcht, die Kinder möchten ihn tschechisch anreden und ihn in die Verlegenheit bringen, ihnen nicht antworten zu können.
Jetzt klang vom Dorfe her die Aveglocke. Das war noch ein anderer Gruß; jetzt grüßte ihn die Stimme seiner Kirche, und andachtsvoll entblößte er das Haupt und betete den »englischen Gruß«. Wie er durch die Gasse des Ortes schritt, begegnete er vielfach Landsleuten, die von den Feldern kamen oder vor den Thüren saßen. Mancher kümmerte sich gar nicht um ihn, andere, zumal Weiber, grüßten, fast durchaus in deutscher Sprache, und die Kinder kamen heran und küßten ihm die Hand. Er ging langsam und empfand jetzt beinahe ein Wohlbehagen bei dem Gedanken, hier daheim zu sein.
Nun war er bei der Pfarrei. Es war ein ansehnliches Gehöft, von einer Mauer umgeben, durch welche ein Thor hinein führte in den Hof. Dieser war nicht besonders sauber gehalten; Hühner und Gänse liefen umher, aus dem Stalle blökte ein Rind, und an der Kette lag vor seiner Hütte ein brauner, zottiger Hund. Bei dem Wassertroge schäkerte ein älterer Knecht mit einer jungen Dirne, einer Magd, in einer ziemlich freien Weise.
Die Beiden fuhren auseinander, als der junge Priester herankam, der Knecht lief nach dem Stalle zu, das Mädchen aber blieb mit dem gefüllten Wassereimer stehen und grüßte mit einem verlegenen Knixe. Peter Frohwalt sagte:
»Treffe ich den Herrn Pfarrer zu Hause? – Ich bin der neue Kaplan!«
Bei diesem Worte setzte die Dirne den Eimer aus der Hand und huschte, ohne ein Wort zu erwidern, in das Haus, und er folgte ihr langsam.