»Ach was, Sie sind immer viel zu gut, und darum kommen wir zu nichts. Na, mir soll's recht sein – aber ich halte den Waldbauer für einen Lumpen. Na, wie wird's denn heute abend mit einem Spiel? Kann er's denn?«

Die letzte Frage war von einem Seitenblicke auf den Kaplan begleitet, den sie bisher so gut wie gar nicht beachtet hatte, und der Pfarrer geriet dabei, wie es schien, noch mehr in Verlegenheit. Er fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, rieb sich die Nase mit dem Zeigefinger und sprach endlich:

»Ja, sehen Sie, Herr Kaplan, wir leben hier sehr abgeschieden und eingezogen; Gesellschaft giebt es nicht – wenigstens gehe ich nicht gern ins Wirtshaus, und da haben wir denn gewöhnlich abends in der Pfarrei zusammengesessen, ich, der Kaplan und die Barbara und haben ein Kartenspiel gemacht. Es wär' hübsch, wenn das wieder so paßte und Sie mitthun wollten.«

»Ich bedaure sehr, ich kann nicht Karten spielen!« sagte Frohwalt ziemlich kühl, aber die Köchin rief: »Nicht einmal Karten spielen! Ja, das müssen Sie lernen – da wollen's wir gleich heute probieren!«

»Ich danke – ich habe auch gar keine Neigung und kein Interesse für Karten –« erwiderte der junge Priester.

»Aber, was wollen Sie denn machen, besonders an den langen Winterabenden?« fragte der Pfarrer beinahe kläglich.

»Ich habe besondere Freude am Studium des kanonischen Rechts, sowie an jenem der italienischen Sprache und finde in der Beschäftigung mit beiden einen ganz besonderen Genuß.«

Einen Augenblick saßen die beiden andern stumm, mit halb geöffnetem Munde da, als hätten sie ein Wunderding gehört, dann beschaute der Pfarrer seinen jungen Amtsgenossen beinahe respektvoll, schob das Seidenkäppchen weiter hinaus nach dem Wirbel und sagte:

»Aber Italienisch! – Was wollen Sie denn damit?«