Die beiden Geistlichen waren erregt aufgestanden und der Pfarrer sagte seufzend:
»Na, da will ich doch gleich – weil der Bursche nicht gut deutsch kann – –«
»Ach, das wär' noch schöner!« rief die Köchin – »Sie werden doch nicht bei dem Wetter – es hatte eben wieder zu schneien angefangen – selber gehen? Da geht allemal der Pater Peter. Schaun's, daß Sie fortkommen« – wandte sie sich an den Kaplan – »geben's dem Burschen die Oelung und reden's dabei dem verdammten Gesindel, den Deutschen, mal ins Gewissen! Nu ja – auf was warten's denn noch, da essen Sie mal ein Stückel Gans weniger!«
Im ersten Augenblick stand Frohwalt ganz verdutzt da, und der Bote aus Květau machte ein seltsam verwundertes Gesicht; der junge Priester erwartete, daß der Pfarrer etwas sagen würde auf solche Aeußerungen, die noch dazu im unhöflichsten Tone gesprochen wurden, und als dies nicht geschah, stieg ihm eine heiße Röte ins Gesicht und er sprach:
»Nun möcht' ich doch endlich wissen, ob ich vom hochwürdigsten Konsistorium oder von der Pfarrköchin in Nedamitz angestellt bin? – Sie haben wohl die Güte, dieselbe darüber zu unterrichten, Herr Pfarrer, denn ich bin der Quälerei dieses Weibes müde.«
Der junge Priester sprach: »Nun möchte ich doch endlich wissen, ob ich vom hochwürdigsten Konsistorium oder von der Pfarrersköchin angestellt bin?« (Seite 69).
»Was – Quälerei? – Ich bin noch mit jedem geistlichen Herrn drausgekommen, aber so stolz und hochnäsig hat noch keiner gethan; ich bin 25 Jahre – –«
»Barbara, Barbara,« rief der Pfarrer fast bittend dazwischen, Frohwalt aber sagte:
»Ich behalte mir vor, die Antwort auf meine Frage vom Konsistorium selbst zu erbitten! Jetzt wartet ein Sterbender – kommen Sie!«