Jetzt stand das Mädchen wie von heißem Blute übergossen da, das Kind noch immer fest an der Brust haltend, das alte Weib aber schlug die Hände zusammen:
»Ach Du lieber Gott – na, das hab' ich mir gedacht! Ach, Sie passen auch für ihn, und besser konnt' er's gar nicht treffen, da muß der Himmel seine Freude daran haben!«
»Schweigen Sie! Lästern Sie nicht!« rief Peter dazwischen, und zu seiner Schwester gewendet sprach er mit bebender Stimme:
»Soll das die Antwort sein auf das, was ich Dir gesagt habe?«
»Verzeih mir, Peter, aber ich kann nicht anders!« stieß Marie hervor, und hielt noch immer das Kind fest umklammert, das mit großen, verwunderten Augen nach dem schwarzgekleideten Manne schaute. Jetzt merkte auch Frau Becker, daß sie überflüssig war, außerdem drückte ihr die Neuigkeit, die offenbar noch keiner im Städtchen wußte, das Herz ab – sie sagte darum:
»Komm, komm, Grethel, der Vater wird warten, und wir wollen auch nicht stören!«
Sie langte nach der Kleinen, welche nur widerwillig den Hals Mariens losließ, und ging nach vielen Knixen. Draußen setzte sie sich beinahe in Trapp und rannte an der Ecke der Berggasse ziemlich unsanft an Vetter Martin, dem sie zurief:
»Wissen Sie schon – Marie Frohwalt wird Freidank heiraten, und der geistliche Herr ist auch da!«
Dann sauste sie weiter, der Vetter Martin aber hielt sich einen Monolog, indem er sich einen Augenblick auf seinen Stock stützte: