Dieser schritt mit seiner Begleiterin nach der Brücke zu, um nach der Kleinseite zu gelangen. Auf dem Wege sprach das Mädchen:

»Weißt Du, Papa, um was ich Dich zu meinem demnächstigen Namenstage bitten möchte? Ich habe ja einen Wunsch noch frei.«

Der Professor lächelte freundlich, indem er seinem Kinde den Arm bot und fragte:

»Das wäre?«

»Laß mich das Orgelspiel erlernen. Es wird mir, da ich auf dem Klavier leidliche Fertigkeit besitze, keine allzugroßen Schwierigkeiten machen, und ich liebe das königliche Instrument so ungemein: Es hat Kraft und Fülle bei Weichheit und Milde und erhebt das Herz wie kein anderes. Die Macht der Töne voll entfesseln, in gewaltigen Fugen sie einherbrausen lassen zu können, hätte für mich einen wundersamen Reiz.«

»Aber Therese, ich kann Dir doch keine Orgel in Deinem Zimmer aufstellen lassen,« sagte, noch immer lächelnd, der stattliche Mann. Das Mädchen aber, das sich fester an seinen Arm schmiegte, erwiderte:

»Das sagst Du doch nur im Scherz. Ich weiß, daß zur vollen Wirkung der Orgel die Räume eines Gotteshauses gehören in Rücksicht auf die Klangwirkung, wie bezüglich der ganzen Stimmung, aber Du kennst ja den Pater Guardian von St. Josef gut genug, um mir die Erlaubnis auswirken zu können, die dortige Orgel benutzen zu dürfen …«

»Aha, der junge Virtuose hat Dir's angethan. Und Du meinst, daß derselbe Dein Lehrmeister werden könnte?«

»Weshalb nicht, Papa?« fragte sie, aber es huschte in diesem Augenblick doch ein leises Erröten über das liebliche Gesicht.

»Na, es fragt sich doch, ob der Pater Guardian dazu seine Erlaubnis geben würde.«