Das Land ist ja frei und der Morgen tagt,
Wenn wir's auch nur sterbend gewannen!
Und von Enkeln zu Enkeln sei's nachgesagt:
Das war Lützow's wilde, verwegene Jagd.
Seitwärts stand ein kleines Häuflein gefangener Westfalen. Sie sahen mit ernsten Gesichtern drein, denn sie waren von deutschem Blute, und mit Absicht hatte man sie zu dieser Totenfeier herangeführt, und nicht ohne Erfolg. Als das letzte Lied der Lützower verklungen war, riß einer von ihnen, ein älterer Mann und Sergeant, den westfälischen Rock von seinem Leibe und rief:
»Strafe mich Gott, wenn ich noch eine Stunde länger in welschem Solde bleibe! Ich bin ein Deutscher und will es zeigen, nehmt mich auf bei Euch!«
Die anderen alle folgten dem erhebenden Beispiele. Sie hoben ihre Hände wie zum Schwure auf gegen das Grab Theodor Körners und schrieen: »Laßt uns mit Euch ziehen!« Nur einer war stehen geblieben; er schlug die Hände vor das Gesicht und schluchzte, daß es seinen Körper erschütterte. Ihm rief Schmidt zu:
»Nun, Jakob Walther, und du bleibst zurück?«
Da ließ der Bursche, erschrocken darüber, daß er seinen Namen aus dem Munde eines Lützowers hörte, seine Hände sinken und starrte mit fassungslosen Augen umher. Jetzt erkannte er Konrad, und eine tiefe Blässe flog über sein Gesicht, dann schrie er plötzlich auf:
»Laßt mich erschießen, denn ich bin ein Schuft! Die alle hier dürfen noch den deutschen Ehrenrock anziehen, ich darf's nicht – ich habe Verrat um Verrat auf meine Seele geladen – hier, nehmt mich hin – erschießt mich!«