Es wurde wenig gesprochen auf dem Wege. Im Dorfe begannen die Glocken zu läuten, als der kleine Zug in die Nähe der Kirche kam, und hier schloß sich außer dem Geistlichen noch ein größeres Trauergeleite an. Der Pfarrer hatte dem Förster ein Wort freundlicher Teilnahme ausgesprochen, und fast gleichzeitig war noch ein anderer an diesen herangetreten, ein hochgewachsener älterer Herr in einem dunklen Mantel. Er war weißhaarig und hinkte stark, weshalb er sich auf einen Krückstock stützte; es war der Baron von Guntramsdorf. Er reichte warm dem Förster die Hand, und dieser sprach:
»Ich dank' Ihnen herzlich, gnädiger Herr, daß Sie meinem Weibe selbst noch die Ehre erweisen.«
»Mein lieber Walther – ich weiß, wie weh es thut, wenn man die Gefährtin seiner Tage verliert – und wie man jeden Tropfen Trost spürt.«
»So ist's, das weiß Gott – gnädiger Herr!« sagte der Förster und fuhr sich mit dem Rücken der Linken über das Gesicht …
Vier Forstleute hoben den Sarg vom Wagen und trugen ihn in den Friedhof. Der Geistliche sprach einige erbauliche Worte und segnete Grab und Leiche, und dann senkte sich der dunkle Schrein hinab in die Tiefe, und die Schollen rollten darüber.
Noch einmal trat der Baron an den trauernden Witwer heran, dieser aber sprach:
»Gnädiger Herr – ich möchte Ihnen eine Bitte vortragen.«
»Kann ich dir etwas zum Troste thun?«
»'s ist auch vielleicht ein Trost, Herr Baron. – Es ist eine große Zeit gekommen für Preußen und für Deutschland – Sie wissen's ja besser, wie ich! Der König und das Vaterland haben gerufen, und mich drängt's, mitzuziehen, seit mir's so einsam geworden im Forsthause. Heute ist jeder Arm gut! Versagen Sie mir's nicht, gnädiger Herr! Viel reden kann ich heut nicht, aber es ist mir um's Herz, als könnte gerade dort, wo ich stehen möchte, einer fehlen.«
Den Baron erfaßte eine seltsame Rührung. Mit beiden Händen griff er nach den Händen seines Försters und sagte: