Sie mußten mit Vorsicht wandern, um streifenden Franzosenpatrouillen nicht in den Weg zu kommen, aber der Mut verließ sie niemals, und beim Volke fanden sie überall freundliche und fördernde Aufnahme.

Sie hatten in der Schenke eines abgelegenen Dorfes Rast gehalten. Der gutmütig-geschwätzige Wirt setzte sich zu ihnen und frug nach dem und jenem, woher sie kämen und wohin sie zu gehen gedächten. Sie erzählten ihm, daß sie Lützow aufsuchen wollten, den sie in der Nähe von Lauenburg zu finden hofften. Da erhob sich in einem dunkeln Winkel der Stube ein Mensch, der bis jetzt ruhig dort gesessen und um den sie sich gar nicht gekümmert hatten. Er hatte ein geleertes Branntweinglas neben sich stehen.

Nun kam er an den Tisch heran. Seine ländliche Kleidung war schmutzig und verlottert, sein Gesicht blaß, nur die Augen brannten in unheimlichem, unruhigem Feuer und die Haare lagen verworren um seine Stirne. Er begann mit erregtem Pathos zu deklamieren:

Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?

Hör's näher und näher brausen.

Es zieht sich herunter in düsteren Reih'n

Und gellende Hörner schallen darein

Und erfüllen die Seele mit Grausen.

Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:

Das ist Lützow's wilde, verwegene Jagd!