»Auf Verfügung des Stadtkommandanten, der einen Verrat in Bremen nicht dulden kann!« war die Antwort.
»Wir protestieren gegen diese Behandlung!«
»Das mögen Sie vor dem Obersten Thuillier thun; jetzt zwingen Sie mich nicht, Gewalt zu gebrauchen!«
Die Männer sahen einander an; in den meisten Augen leuchtete der Zorn und die Fäuste waren geballt; Dr. Wendler aber sagte:
»Meine Herren – wir sind die Unterdrückten, aber Gott wird uns helfen! Kommen Sie!«
Damit trat er hinaus in den Flur, die andern folgten stumm. Ein Kommandowort erschallte, die Soldaten nahmen von zwei Seiten ihre Gefangenen in die Mitte, und so ging es durch die Gassen. Diese waren menschenleer infolge der Beschießung, aber bleiche, angstvolle Gesichter zeigten sich überall an den Fenstern und sahen den Braven nach, die einem zweifelhaften Schicksal entgegengingen.
Man führte sie vor den Obersten. Der war ein alter, finsterer Soldat, der sie zornig empfing:
»Man wird Sie lehren, zu konspirieren! Wissen Sie, daß das Hochverrat ist? – Ich werde Sie erschießen lassen, sobald auf den Wällen wieder Platz dazu sein wird, und ich hoffe, daß dies bald ist, denn dies Häuflein da draußen nimmt uns Bremen nicht weg!«
»Das wäre der großen französischen Nation wenig würdig, mein Herr Oberst!« sagte Dr. Wendler ruhig, der Franzose aber sah ihn einen Augenblick groß an, dann erwiderte er:
»Darüber habe ich keine Zeit, mich mit Ihnen zu unterhalten, und Ihre Meinung ist weder mir noch meiner Nation maßgebend!«