»Hurra, Viktoria!« riefen auch die beiden andern, und selbst der Hund bellte laut und freudig, als verstände er, um was es sich handle. Der Förster legte ihm die Hand auf den Kopf und sprach:

»Ja, bell' du auch immer dein Viktoria, wackrer Kerl! Du hast ein Recht dazu und hast deine Schuldigkeit brav gethan; sollst auch zur Feier des Tages eine große Wurst erhalten … Aber, sprich, Jakob, der General weiß doch schon –«

»Selbstverständlich, Vater – erst kam die Pflicht!«

In diesem Augenblicke begann ein tiefes Summen und Tönen; die Glocken der Stadt klangen feierlich wie zum Festgeläute, und von der Straße her vernahm man das Geräusch lebhaft bewegter Menschen; ein Rufen ging von Mund zu Munde. Die drei erhoben sich, traten an das Fenster und öffneten es. Da schrie es von unten herauf:

»Hurra! Sieg, Sieg der Verbündeten bei Leipzig!« und hundert Stimmen jubelten es nach. Nun rief auch Walther mit lauter Stimme hinab: Hurra, Viktoria! und dann schob er seinen Sohn ans Fenster dicht heran, als ob er sagen wollte: Seht ihr, der da war's, der die Kunde euch gebracht hat, der ihn selber mit erfochten hat, den glorreichen Sieg, und der da ist mein Sohn!

Konrad Schmidt duldete es nicht länger in dem Gemache. Einmal wollte er die beiden in ihrem Glücke sich allein überlassen, und dann drängte es ihn, Kameraden zu sehen und mit ihnen über das freudige Ereignis zu reden.

Wie er hinunter auf die Straße kam unter die freudig bewegte Menge, die ihm mit Hut- und Tücherschwenken zujauchzte, als müsse sie ihm den Sieg danken, da sah er sich auf einmal Dr. Wendler gegenüber. In der nächsten Sekunde hielten sich die beiden Männer in den Armen.

»Was macht Elise?« war Schmidts erste Frage.

»Sie befindet sich wohl und ist glücklich!«

»Und sie ist in diesen Tagen allein in Leipzig?«