»Bastian!«

Der Mann kehrte sich um und zeigte ihnen ein bleiches, entstelltes, verzerrtes Gesicht mit den Augen eines Irrsinnigen, dann rief er:

»Laßt mich – ich will ja alles gut machen – laßt mich! Alles soll vergessen sein, Hähnchen … ja alles … vergeßt auch Ihr alles! Wißt Ihr's denn nicht? Seht Ihr's nicht, daß mich der Geist Theodor Körners hinter Euch hertreibt, damit ich Euer Schutzgeist sei? – Ja, ja – das allein kann's wieder gut machen! Laßt mich – wo ist der Kommandant – ich habe Eile!«

Sie führten ihn zu dem befehlenden Lieutenant, und er trat an diesen heran und meldete in beinahe militärischer Haltung:

»Mein Herr, Sie sind versprengt und überall von Feinden umgeben. Die Richtung Ihres Marsches führt Sie auf Stenay, wo 5000 Nationalgarden Sie erwarten. Als Sie gestern Abend durch Vouziers marschierten, sind Sie nur durch ein Glück entkommen. Der Unterpräfekt hat darauf 19 reitende Boten abgeschickt, um die Nationalgarden des Bezirks aufzubieten, und alle Dörfer zu verbarrikadieren befohlen, damit der Sieg des Kaisers bei Rheims durch Ihre Gefangennahme gefeiert werde. Wenn Sie sich mir anvertrauen wollen, ich will Sie führen.«

Verwundert hörte der Lieutenant dies Anerbieten und nahm auch die Spezialkarte der Gegend, die der Mensch ihm bot, mit großem Vergnügen entgegen, aber er hatte doch ein gewisses Mißtrauen; da sagte Schmidt:

»Herr Lieutenant, ich bürge für den Mann, denn ich kenne ihn!«

Ein seltsamer, großer, aufleuchtender Blick aus den Augen Bastians traf den Sprecher, und Konrad verstand ihn, aber er schwieg.

Nicht lange danach brach die Eskadron auf und folgte nun dem eigentümlichen Führer, der sie von der großen Straße weg, durch Hohlwege und Schluchten an den Dörfern außen herum in nördlicher Richtung weiterführte. Trotzdem fast alle Defiléen von Nationalgarden besetzt waren, und selbst größere berittene Abteilungen sie verfolgten, gelang es doch, am Nachmittage eine abseits liegende Meierei zu erreichen, wo Fourage und Proviant requiriert werden konnte, obwohl auch da nicht an längere Rast zu denken war, weil sich, noch ehe fertig gefüttert war, bereits wieder bewaffnete Banden zeigten.

Die Nacht wurde in einem Walde seitwärts der Straße, die von Rocroy nach Mézières führt, einige Stunden geruht, da man aber des Morgens wieder aufbrach, war der Führer ebenso plötzlich verschwunden, wie er aufgetaucht war. Der Kommandant der Eskadron ward unruhig und teilte Schmidt seine Besorgnisse mit. Dieser aber sagte: