»Vergelt's Gott für das Lied! Das können wir brauchen, so gut wie das Eisen! Solch' Lied hilft werben im deutschen Lande!«

Mitten in diese lebhafte Bewegung, in das Singen und Rufen hinein kamen zwei Gestalten, die fast verwundert an der Thüre stehen blieben und Umschau hielten – der eine war bejahrt und hatte die Büchse über dem graugrünen Jägerrocke, der andere mit Ränzel und Stecken kam frischweg aus dem Hörsaal der Hochschule – das merkte man ihm an. Hinter den Beiden aber drängte sich ein brauner Jagdhund herein, und sah mit gehobenem Kopfe sich um. Es waren der Förster Walther und Schmidt.

»Bei Lieutenant Fischers Mordwaffe – Konrad!« schrie jetzt Zander auf, und im nächsten Augenblicke hatte er den jüngern der beiden Ankömmlinge stürmisch umarmt. »Das wußt' ich, daß du kommst, altes braves Haus! Wir reiten zusammen – es soll ein frisches Leben werden – hier Körner hat's uns eben in die Seelen gesungen, um was es geht! Wen bringst du denn da mit?«

»Meinen Freund, den Förster Walther, der sich und seine gute Büchse bringt!«

»Ja, wenn meine Knochen nicht zu alt sind, soll das Vaterland sie haben!«

»Brav, alter Kamerad – du gefällst mir!« rief Lieutenant Fischer, der durch Zanders Worte aufmerksam geworden war und herantrat. »Du müßtest in meine Eskadron kommen!«

»Das wird nicht gut gehen, Herr Premierlieutenant« – sagte Walther; »ich hab' das Reiten nicht betrieben, und um es erst anzufangen, sind meine Gelenke zu steif; auch weiß ich mehr mit der Büchse als mit dem Sarraß umzugehen und vermeine als Jäger besser nützen zu können – aber den hier, meinen jungen Gefährten, mögt Ihr wohl brauchen; er sitzt gut zu Pferd, wie er versichert – –«

»Das kann ich bestätigen« – bemerkte Zander – »und auch eine Klinge schlägt er trotz der Gottesgelahrtheit – –«

»Wohl auch ein Theologe?« fragte Fischer.

»So ein verpfuschter wie ich – zu Befehl, Herr Lieutenant!« sagte Zander.