»Einen verruchten Baumfrevler«, antwortete Konrad, der eben jetzt den verzweiflungsvoll ringenden Gegner auf das Knie niedergedrückt hatte.
Der Bauer sah im ersten Augenblicke, was geschehen war, und rief entsetzt beim Anblick der Bäumchen: »Wer hat mir das gemacht?«
»Hier ist er, ich selber traf ihn, wie er just ein Stämmchen umbrach,« war Konrads Antwort.
Gleich darauf war der Bauer ganz zur Stelle und riß den Knieenden empor, der keinen Widerstand mehr leistete.
»Du, Jakob?! – Hund, elende Bestie – was thu' ich nun mit dir?«
Er schüttelte den Verbrecher mit beiden Fäusten an den Schultern, und der jüngere Bursche, der jetzt herangetreten war, schlug auf denselben in stummer Wut ein. Der Lützower wehrte ab. »Nicht so – übergebt ihn dem Gericht!«
»Ach, wo haben wir ein Gericht!« – sprach der Alte, noch immer in heftiger Erregung. – »Seit der Schelmfranzose hier haust, giebt's für uns kein Recht, als das der Faust, und das muß der Schurke fühlen!«
Er schlug nun gleichfalls auf den Frevler ein, der mit den Armen sich vergebens bemühte, die Schläge zu parieren, und dem nun auch der Hund in die Beine fuhr, so daß die Fetzen von den Hosen herabhingen.
»Haltet ein, sag' ich – das ist nicht menschlich, das ist tierisch! Hat Euch denn die Not der Zeit so roh gemacht?« schrie jetzt entrüstet der Lützower, und die beiden andern hielten ein, ohne den Verbrecher loszulassen.
»Ja, Herr, so nehmt Ihr ihn mit – Ihr seid doch so etwas wie ein Gendarm!« sprach der Alte.