»Durch das fortwährende Vorrücken Ihrer Kolonnen sehe ich mich genötigt, zu fragen, ob Sie mich angreifen wollen oder nicht.«

Der Franzose erwiderte höflich:

»Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich Sie nicht angreifen werde, wenn Sie ruhig auf der Straße nach Leipzig abziehen.«

Die Lützower waren indes unter dem Rittmeister von Bornstaedt auf der Altranstädter Straße aufgeritten, hielten aber im Marsche inne, da die Nachricht sich verbreitete, Lützow sei beim Hineinreiten in die feindlichen Kolonnen gestürzt. Sein Pferd war allerdings zu Fall gekommen gewesen, aber er war schnell wieder im Sattel. Da er das Halten seiner Reiterei bemerkte, schickte er Schmidt mit der Weisung, zu dreien abgebrochen auf der Straße nach Leipzig abzuziehen.

Noch sprach der Major mit Fournier, als er plötzlich wahrnahm, wie die württembergischen Dragoner das Gewehr aufnahmen, und die französischen Reiter, die im zweiten Treffen standen, sich in Trab setzten. Stutzig geworden, fragte er, was dies zu bedeuten habe, und mit einem bösen Lächeln erwiderte der Franzose:

»Der Waffenstillstand gilt für Alle, für Sie nicht.«

»Pfui!« brauste Lützow auf, im gleichen Augenblicke aber hatte er sein Pferd herumgeworfen, und gefolgt von Körner und den beiden Trompetern jagte er windschnell an den feindlichen Kolonnen vorüber, hinaus über das freie Feld, und alle erreichten ungefährdet die Spitze des Freikorps.

Die Dämmerung begann langsam niederzusinken und trug dazu bei, die feindlichen Bewegungen einigermaßen zu verhüllen, und die Lützower ritten nahezu ahnungslos in ihr Verhängnis. Den Feinden zum Trutz hatten sie ihr Lied angestimmt: »Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein …« und so waren sie bis an die ersten Gehöfte von Kitzen herangekommen, die rechts von der Straße lagen. In diesem Augenblick brach es von allen Seiten über sie herein. Von links her stürmte die württembergische Reiterei plötzlich gegen sie an, und von rechts her attackierten die französischen Dragoner und warfen sich mit Hurrageschrei und mit dem Rufe: »Nehmt Pardon, ihr preußischen Hunde!« auf die Überraschten.

Mit Heftigkeit wurden die Eskadronen aufeinander gestoßen und vermochten sich, beengt durch die Gehöfte und Gärten zur Seite der Straße, nicht zu entwickeln; viele glaubten wohl auch noch an ein Mißverständnis und so kam es, daß der größte Teil der Husaren und der Jäger-Eskadron, von allen Seiten umzingelt, sich ergeben mußte.

Konrad Schmidt rief den anstürmenden Feinden entgegen: