In diesem Augenblicke kam Lene und brachte das Frühstück. Sie berichtete dabei eilig, daß zwei Kinder da wären, die heute früh beim Beerensuchen im Walde einen verwundeten Offizier gefunden hätten, der wie tot dagelegen wäre; er sei jung und hübsch. Sie hätten auch seine Brieftasche mitgebracht, die neben ihm gelegen wäre.
Das Mädchen zeigte dieselbe vor, und hastig nahm Konrad sie aus ihrer Hand; sie zeigte Blutflecken, und da er sie öffnete, las er auf der letzten beschriebenen Seite Verse:
Die Wunde brennt; die bleichen Lippen beben. –
Ich fühl's an meines Herzens matter'm Schlage,
Hier steh' ich an den Marken meiner Tage –
Gott, wie du willst! dir hab ich mich ergeben.
Viel gold'ne Bilder sah ich um mich schweben;
Das schöne Traumbild wird zur Totenklage.
Mut, Mut! – Was ich so treu im Herzen trage,
Das muß ja doch dort ewig mit mir leben! –