Und was ich hier als Heiligtum erkannte,
Wofür ich rasch und jugendlich entbrannte,
Ob ich's nun Freiheit, ob ich's Liebe nannte:
Als lichten Seraph seh' ich's vor mir stehen; –
Und wie die Sinne langsam mir vergehen,
Trägt mich ein Hauch zu morgenroten Höhen.
»Das ist Theodor Körner! Der besten einer! O kommt ihn zu suchen! Er darf nicht verbluten, nicht sterben! Wo sind die Kinder?«
Und schon eilte Konrad hinaus und die Treppe hinab, so daß Häußer kaum zu folgen vermochte.
»Vorsicht, Vorsicht!« rief er ihm nach. – »Wartet doch! – Ich lasse den Gehilfen durch Lene fernhalten, dann gehen wir!«
Bald darauf schritten die beiden Männer, geführt von den Kindern, einem Gehölz zu, das nicht allzufern lag, und nun standen sie vor Körner. Der war vom Roß gestürzt, bewußtlos geworden, dann wieder erwacht, hatte sich bis hierher geschleppt und war immer aufs neue in Ohnmacht gesunken. In einigen Augenblicken letzter Kraft hatte er das Gedicht geschrieben, in dem er Abschied nahm vom Leben. Jetzt sah er mit großen, müden Augen den Männern entgegen, und ein Leuchten ging durch dieselben, da er den Freund erkannte.