»Konrad! Gott sei Lob!«

»Rege dich nicht auf, Theodor! Wir bringen dich fort in das Haus dieses braven Mannes, der auch mir ein Asyl gegeben hat.«

Auch Häußer sprach einige freundliche Worte und reichte Körner ein Fläschchen mit Wein, aus welchem dieser einen tiefen Zug that. Dann verband man notdürftig seine Wunden, und mehr getragen als geführt von seinen Begleitern kam er langsam vorwärts.

Den Kindern wurde strengstes Stillschweigen anbefohlen gegen Jedermann, als man an das Dorf kam, und es gelang auch, ohne daß man Jemandem begegnete, den Verwundeten in das Gehöft Häußers zu bringen. Da trat plötzlich hinter einer Hecke der Gehilfe hervor. Lene hatte ihn fortgeschickt, aber er mochte wohl irgend einen Verdacht geschöpft haben, und hatte sich verborgen gehalten. Nun stand er mit einem hämischen Lächeln da, sah Konrad stechend an und sprach nur das eine Wort: »Preußen?«

Der Gärtner war erschrocken und erblaßt, aber er faßte sich und sagte:

»Ein verwundeter Landsmann und Soldat! Ein Schurke ist's, wer ihn preisgiebt! Greif zu, daß wir ihn betten!«

Der Bursche gehorchte schweigend; sie trugen Körner nach dem Obergeschoß, und schon nach kurzem lag er auf einem weichen, guten Lager, und Konrad saß als Pfleger ihm zur Seite. Im Erdgeschoß aber stand Jakob trotzig vor seinem Herrn.

»Es sind alle beide Lützower! Ihr wißt, was es wird, wenn die Franzosen erfahren, daß Ihr sie im Hause habt!«

»Wer soll's ihnen sagen?« murrte finster der Alte. »Ich thue einfach meine Pflicht als Mensch, als Christ und als deutscher Mann, und wenn du selber einen ehrlichen braven deutschen Vater hast, so kannst du nicht so verlumpt sein in deiner Seele, daß du eines andern deutschen Vaters Sohn preisgiebst. Das halte ich für abgemacht – jetzt laß uns an die Arbeit gehen!«

Finster und schweigend ging der Bursche, und verhielt sich den ganzen Tag über seltsam still, nur wenn Lene sich zeigte, sah er sie mit heißen und lauernden Blicken an, und am Abend trat er, da sie allein im Garten war, an sie heran. Er sprach mit einer vor Erregung heiseren Stimme: