»Wir sind's,« erwiderte Konrad.

»Hier habt ihr mich!« sagte Erich fest und reichte den beiden seine Hände, dann aber jubelte er auf in freudiger Begeisterung: »das ist Lützow's wilde, verwegene Jagd,« so daß der Vater ihn erschrocken am Arme faßte und ein warnendes Pst! hören ließ, dem er sofort beifügte: »Und nun wollen wir anstoßen auf das freie Vaterland und auf seine ehrlichen Streiter!«

Gleich darauf saßen die vier Menschen um den Tisch in der stillen, leeren, schwülen Gaststube, und der beste Wein, den der Keller bot, perlte in den Gläsern; die beiden Lützower aber erzählten von ihren Kämpfen und ihren Fahrten, und Erichs Augen leuchteten dabei in mutigem Glanze auf.

Da klang das Klirren eines Säbels auf dem Flur, und schon im nächsten Augenblicke trat ein junger Offizier in der westfälischen Uniform ein, der dem Wirtssohne am Tische außerordentlich ähnlich sah.

Über das Gesicht des Hausherrn flog ein Schatten, als der Lieutenant näher trat und, nachdem er einigermaßen verwundert die kleine Tafelrunde betrachtet hatte, grüßte und sprach:

»Ist's erlaubt, hier Platz zu nehmen?«

Der Wirt stellte ihn als seinen Sohn Karl vor und nannte die Namen der Fremden, dann fügte er bei:

»Die Herren haben ein gut Stück Deutschland gesehen und wir hören auch gern, was jenseits des neuen Staats Westfalen geschieht.«

Das Gespräch nahm eine völlig harmlose Wendung, aber das eigentliche Behagen fehlte dem Kreise; ein fremder, kühler Hauch war über die patriotischen Herzen hingehuscht, und die beiden Lützower hatten mit einem Anfluge der Verachtung zu kämpfen gegen den jungen stattlichen Offizier, der in seiner Seele vergaß, wohin er gehörte.

Nach einiger Zeit erschien in der Thür ein Soldat, der, wie es schien, eine dienstliche Meldung zu machen hatte. Er ließ seine Blicke über den Tisch fliegen, und da er Konrad erblickte, der das Gesicht, hell beleuchtet, ihm voll zuwendete, zuckte er leicht zusammen, und faßte auch Zander schärfer ins Auge. Die am Tische Sitzenden kümmerten sich nicht weiter um ihn, nur der Wirt hatte seinen Sohn aufmerksam gemacht, und dieser erhob sich und kam nach dem Soldaten heran, um dessen Meldung entgegenzunehmen. Dieser hatte sich indes so gestellt, daß er dem Tische halb den Rücken kehrte, und nun, nachdem er seinen eigentlichen Auftrag erfüllt hatte, stieß er leise flüsternd hervor: