Einige Sekunden schwiegen die Freunde, sie tauschten einen Blick des Einverständnisses und jedem war es klar, wenn es auch mehr ehrlich als klug schien, die Fahne nicht zu verleugnen, der sie angehörten. Konrad Schmidt sprach:

»Wir haben Waffenstillstand, und da man meint, daß der Friede darauf folgen werde, haben wir Urlaub genommen, um die Geschäfte des Friedens zu betreiben. Spione sind wir nicht.«

»Und wenn kein Friede wird?« fragte der Oberst.

»So kehren wir zu Lützow zurück als ehrliche Soldaten und sind dann Ihre ehrlichen Gegner.«

»Und glauben Sie, daß der Friede kommt?«

»Wir wünschen nur einen solchen, der uns Deutsche nicht schamrot werden läßt, einen Frieden, der ehrenvoll ist für unser Vaterland und es frei macht von jedem fremden Fuße,« sprach Konrad – »und ich meine das sagen zu dürfen, weil in diesem Raume Keiner ist, den nicht eine deutsche Mutter geboren.«

Der Oberst und der Lieutenant wechselten einen seltsamen scheuen Blick, dann folgte wieder ein kurzes Schweigen, bis der erstere sagte:

»Solche Äußerungen darf ich hier nicht hören … In Ihrer Sache aber mag ich nicht entscheiden. Herr Lieutenant, Sie werden selbst morgen früh die beiden Gefangenen nach … (er nannte den Namen der nächsten größeren Stadt) geleiten und dem General Garnier rapportieren; den Mann dort – er zeigte auf Jakob – mögen Sie mitnehmen; ich will niemanden um eine Anerkennung oder Belohnung bringen.«

Es lag ein kalter Ton der Verachtung in diesen Worten, das fühlte zumal der junge Offizier, der mit blutleerem Angesicht dastand, und nachdem er eine Bewegung, als wollte er abwehren, unterdrückt hatte, hervorpreßte:

»Zu Befehl!«