Der Barsch riß sich vom Haken los, hüpfte über den Rasen zu seinem heimatlichen Element … und patsch – da war er schon im Wasser!

Auf der Jagd nach dem Fisch ergriff Lapkin, statt des Fisches, aus Versehen die Hand Anna Ssemjonownas und drückte sie, gleichfalls aus Versehen, an seine Lippen … Sie versuchte, die Hand zurückzuziehen, aber es war schon zu spät: ihre Lippen trafen sich aus Versehen in einem Kuß. Das kam irgendwie ganz von selbst. Auf den ersten Kuß folgte ein zweiter, dann kamen Liebesschwüre und Versicherungen … Glückliche Augenblicke! In diesem Erdenleben gibt es übrigens kein absolutes Glück. Das Glück trägt gewöhnlich das Gift in sich selbst oder wird durch irgend etwas von außen vergiftet. So war es auch diesmal. Als die jungen Leute sich küßten, ertönte plötzlich ein Lachen. Sie blickten auf den Fluß und erstarrten: Im Flusse stand bis an die Hüften im Wasser ein nackter Junge. Es war der Gymnasiast Kolja, der Bruder Anna Ssemjonownas. Er stand im Wasser, sah die jungen Leute an und lächelte giftig.

»Aha … ihr küßt euch?« sagte er. »Schön! Ich will es der Mama sagen.«

»Ich hoffe, daß Sie als anständiger Mensch …« stammelte Lapkin errötend.

»Spionieren ist gemein, denunzieren ist aber niederträchtig, häßlich und abscheulich … Ich nehme an, daß Sie als edler und anständiger Mensch …«

»Geben Sie mir einen Rubel, dann sage ich es nicht!« antwortete der anständige Mensch. »Sonst sage ich es.«

Lapkin holte aus der Tasche einen Rubel und gab ihn Kolja. Jener drückte den Rubel in der nassen Faust zusammen, stieß einen Pfiff aus und schwamm davon. Aber die jungen Leute küßten sich diesmal nicht mehr.

Am anderen Tage brachte Lapkin Kolja aus der Stadt einen Tuschkasten und einen Ball, die Schwester schenkte ihm aber alle ihre leeren Pillenschachteln. Dann mußte man ihm auch noch die Manschettenknöpfe mit den Hundeköpfen schenken. Dem bösen Jungen gefiel es wohl sehr gut, und er fing an, um noch mehr zu kriegen, zu beobachten. Wohin sich auch Lapkin und Anna Ssemjonowna wandten, er folgte ihnen überall. Für keinen Augenblick ließ er sie allein.

»Schuft«, sagte Lapkin zähneknirschend. »So klein und ein so großer Schuft! Was wird noch aus ihm werden?!«