Ich antworte ihr, daß es eine gedachte Linie ist.

»Wenn sie nur gedacht ist,« wundert sich Maschenjka, »wie kann dann der Mond auf ihr Platz finden?«

Ich gebe ihr keine Antwort. Ich fühle, wie diese naive Frage meine Leber schwellen macht.

»Es ist lauter Unsinn,« sagt Maschenjkas Mama. »Man kann doch nicht wissen, was kommen wird, auch sind Sie noch nie im Himmel gewesen; woher wollen Sie dann wissen, was mit dem Monde und der Sonne geschehen wird? Hirngespinste!«

Da rückt aber ein schwarzer Fleck über die Sonne. Allgemeiner Aufruhr. Kühe, Schafe und Pferde rasten mit erhobenen Schwänzen, vor Angst brüllend, über das Feld. Die Hunde heulten. Die Wanzen bildeten sich ein, daß die Nacht angebrochen sei: sie kamen aus ihren Ritzen gekrochen und fingen an, die noch Schlafenden zu beißen. Der Diakon, der gerade mit einer Ladung Gurken heimfuhr, erschrak, sprang aus dem Wagen und verkroch sich unter die Brücke, sein Pferd fuhr aber mit dem Wagen in einen fremden Hof, wo die Gurken von den Schweinen gefressen wurden. Ein Akzisebeamter, der nicht bei sich zu Hause, sondern bei einer Sommerfrischlerin übernachtete, sprang in Unterwäsche aus dem Hause, lief in die Menge und schrie mit wilder Stimme:

»Rette sich, wer kann!«

Viele Sommerfrischlerinnen, selbst junge und hübsche, stürzten, vom Lärm geweckt, ohne Schuhe auf die Straße. Es passierte noch manches andere, was ich gar nicht wiedergeben kann.

»Ach, wie schrecklich!« kreischen die bunten jungen Mädchen. »Ach, wie schrecklich!«

»Meine Damen, beobachten Sie doch!« rufe ich ihnen zu, »die Zeit ist kostbar!«