Ich selbst beeile mich, die Durchmesser festzustellen … Ich besinne mich auf die Korona und suche mit den Blicken den verwundeten Offizier. Er steht da und tut nichts.
»Was haben Sie?« schreie ich. »Was ist denn mit der Korona?«
Er zuckt die Achseln und weist mit den Blicken hilflos auf seine Arme. Der Ärmste hat an beiden Armen je ein junges Mädchen hängen; sie schmiegen sich an ihn voller Angst und lassen ihn nicht arbeiten. Ich nehme einen Bleistift und notiere die Stunde mit den Sekunden. Das ist wichtig. Ich notiere auch die geographische Lage des Beobachtungspunktes. Auch das ist wichtig. Nun will ich den Durchmesser bestimmen, da ergreift aber Maschenjka meine Hand und sagt:
»Vergessen Sie also nicht: heute um elf!«
Ich befreie meine Hand und will, jede Sekunde ausnützend, meine Beobachtungen fortsetzen, aber Maschenjka hängt sich mir krampfhaft an den Arm und schmiegt sich an meine Seite. Der Bleistift, die Gläser, die Zeichnungen, – alles fällt ins Gras. Teufel nocheinmal! Dieses Mädchen könnte doch wirklich endlich begreifen, daß ich jähzornig bin und, wenn ich einmal rasend geworden, für mich nicht einstehe.
Ich will fortfahren, die Sonnenfinsternis ist aber schon zu Ende!
»Schauen Sie mich doch an!« flüstert sie zärtlich.
Oh, das ist schon der Gipfel der Verhöhnung! Man wird doch zugeben, daß ein solches Spiel mit der menschlichen Geduld nur ein übles Ende nehmen kann. Man mache mir keine Vorwürfe, wenn etwas Schreckliches geschieht! Ich werde es niemand gestatten, mich zu verhöhnen, Teufel nocheinmal, und wenn ich rasend bin, möchte ich niemand raten, mir nahe zu kommen! Ich bin zu allem fähig!
Eines der jungen Mädchen sieht es wohl meinem Gesicht an, daß ich rasend bin und sagt, offenbar mit der Absicht, mich zu besänftigen:
»Nikolai Andrejewitsch, ich habe Ihren Auftrag ausgeführt. Ich habe die Säugetiere beobachtet. Ich sah, wie vor der Sonnenfinsternis ein grauer Hund einer Katze nachlief und hinterher lange mit dem Schweif wedelte.«