»Was meinst du damit?«

»Du tust, als ob du nichts merktest; aber das ist doch ein falsches Benehmen. Man darf die Sache nicht so gehen lassen, ohne sich darum zu kümmern. Gnecker hat ernste Absichten auf Lisa. Was sagst du dazu?«

»Daß er ein schlechter Mensch ist, kann ich nicht sagen, da ich ihn nicht kenne; aber daß er mir nicht gefällt, habe ich dir schon tausendmal gesagt.«

»Aber es ist unrecht … es ist unrecht …«

Sie steht auf und geht in großer Erregung auf und ab.

»Es ist unrecht, einer ernsten Sache gegenüber einen solchen Standpunkt einzunehmen,« sagt sie. »Wenn es sich um das Lebensglück der Tochter handelt, dann muß man alles Persönliche ausschalten. Ich weiß, daß er dir nicht gefällt … Das kann ja sein … Aber wenn wir ihn jetzt abweisen und die Sache verhindern, dann ist zu befürchten, daß Lisa uns ihr ganzes Leben lang Vorwürfe machen wird. Es wimmelt heutzutage nicht von Freiern, und es kann leicht kommen, daß sich ihr keine andere Partie mehr bietet. Er liebt Lisa sehr, und anscheinend findet auch sie an ihm Gefallen. Er hat ja allerdings keine gesicherte Stellung; aber was ist da zu machen? So Gott will, wird er schon mit der Zeit irgendwo ankommen. Er ist aus guter Familie und reich.«

»Woher weißt du das?«

»Er hat es gesagt. Sein Vater besitzt in Charkow ein großes Haus und in der Nähe von Charkow ein Gut. Kurz gesagt, Nikolai Stepanowitsch, du mußt unbedingt nach Charkow reisen.«

»Warum?«

»Du mußt da Erkundigungen anstellen. Du bist ja dort mit einigen Professoren bekannt; die werden dir behilflich sein. Ich würde selbst hinfahren; aber ich bin ein Weib. Ich kann es nicht.«