Jetzt schlug dieser nicht mehr nach ihm, er nahm ihn sorgfältig in die beiden Hände und streichelte sein Gefieder, dann nahm er das rote Tuch, schlug es um den Vogel, warf noch einen Blick im Raum umher und verließ das Haus.

Ein dumpfes Rauschen drang von der See her, weiße Schaumrücken blitzten auf, weit draußen — Knut kannte ihre Bedeutung, es war höchste Zeit, zurückzukehren —, schon füllten sich die Rinnen im Schlick von schwellenden Wassern, die ihm die Knöchel umspielten.

Babes Herz pochte in seiner Hand, er drückte das warme Gefieder gegen seine Lippen und eilte dem jenseitigen Ufer zu, dicht hinter ihm füllte sich die Wasserstraße.

Mutter Götrek wartete bangen Herzens auf Lars. Wo blieben sie denn so lange, die bösen Jungen?

Endlich Schritte am Gange, — Lars' Schritte! Weil er nur wieder da ist, der gute Junge, oh, er darf überhaupt nicht fort. Der eine Tag hatte es ihr gelehrt, sie kann nicht leben ohne ihn. Die Thür geht auf, — „Lars!‟ Doch die ausgebreiteten Arme sanken leer zurück, Knut ist eingetreten.

„Wo hast du Lars gelassen?‟

Da flatterte es im roten Tuch, Babe hatte sich losgemacht, — schon sitzt er auf der Stuhllehne neben der Alten und kreischt sein: „Larrrs! Larrrs!‟

Knut lachte hell auf. „Hörst du? Sogar die Vögel rufen seinen Namen!‟

Mutter Götrek aber starrte offenen Mundes auf Babe, bleiches Entsetzen im Antlitz.

„Der Totenvogel!‟ schrie sie auf. „Aus dem Haus! Fort! Fort! Er hat Lars geholt.‟ Sie hob den Stock auf, um nach Babe zu schlagen.