Es war Knut, als ob die Stufe unter der Schwere seines Körpers wankte, der ganze Turm.
„Nizam!‟ Er wagte sich nicht heraus mit dem Namen, flüsterte ihn nur.
Die Gestalt nickte mit dem Haupte. Da stand er schon vor ihr, die Arme ausgestreckt, ihr Antlitz durchforschend, — es war fahl und gelb, tiefe Furchen zogen sich darin hin, nur die Augen leuchteten wie einst, und das Haar erfüllte mit seltsamem Duft den Raum.
„Nizam!‟
Nochmals nickte sie mit dem Kopfe.
„Und Lars? Wo ist Lars?‟ Knut fragte drohend, Rechenschaft fordernd.
Da löste das Weib das Tuch, — blondes Gelock leuchtete im grellen Lichte, das herabfiel durch die Fallthür, ein Kinderantlitz wandte sich geblendet, die Fäustchen vor die Augen drückend.
„Sein Kind? Meines Lars?‟ Knut beugte sich über das holde Wunder, er vergaß einen Augenblick das Weib vor ihm, den Bruder. „Und er — er ist tot?‟ fragte er dann plötzlich mit unsicherer Stimme. „Was ist mit Lars? Sprich! Was habt ihr gemacht mit meinem Lars? Tot?‟
„Wer spricht von tot? Ich komme, ihn zu erwarten — er muß ja wiederkommen.‟
„Erwarten? Wiederkommen? Hat er dich zum Teufel gejagt, oder bist du ihm davongelaufen? Bringt dich die Not hierher?‟