„Und du hoffst noch immer auf seine Wiederkehr?‟ fragte er.

„Ich muß hoffen, wenn ich leben will.‟

„Obwohl das zweite Jahr schon um?‟

„Und wenn das dritte und vierte um, ich werde noch immer hoffen und auf ihn warten.‟

„Das ist lange, Nizam, drei, vier Jahre warten.‟

„Lange?‟ Nizam sah Knut seltsam forschend an. „O, ich verstehe dich — ich will dir nicht zur Last fallen, — ich will hier nicht warten, —‟ sie erhob sich jäh, „nicht einen Tag — nur das Kind, —‟ Thränen erstickten ihre Stimme, dann färbten sich plötzlich ihre Wangen dunkelrot, und die Augen leuchteten wie damals, so drohend — „nein, auch das Kind nicht!‟ Mit hastigem Griffe nahm sie es auf und schlug das Manteltuch um die Schultern.

Doch Knut stand vor ihr in seiner ganzen Breite.

„So, meinst du, Nizam?‟ Er lachte zum ersten Male wieder, seit Lars ihn verlassen. „Und du glaubst, das geht dir so durch, mit deinem Trotzkopf? Ei natürlich, — hier habe ich allein zu befehlen, und ich befehle: dageblieben, Mutter und Kind, — das heißt, nicht hier, in einem Raum mit dem Knut, brauchst dich nicht zu ängstigen, — das — das möcht' ich selber nicht — gewiß nicht, — ginge auch gar nicht, schon wegen dem Dienst, — aber drüben auf der Werft — da kannst du hausen und warten, — ich — ich werde dir nicht oft lästig fallen, ich verspreche es dir. Was ich noch fragen wollte — ihr seid doch getraut, du und der Lars?‟

„Ja, das sind wir, — zu Bergen war es. Mir wär' es wohl gleich gewesen, aber der Lars wollte es nicht anders —‟

„Lästere nicht, Nizam, das war gut vom Lars. Jetzt mach' dir's bequem, dort auf dem Lager. Hier sind Decken und Kissen. Die Suppe steht am Herd. Ich muß nach oben sehen.‟