Die grossen, oft schön geschnitzten Ohren bestehen aus Scheiben, in denen oben künstliche Pantherzähne stecken, während unten, an langen Bändern, welche die ausgereckten Ohrläppchen vorstellen, Ohrgehänge hängen. Die Ohrverzierungen werden nach den veralteten Modellen, die jetzt nur noch als Antiquitäten aufbewahrt werden, verfertigt. Als Bart benützt man, wenn möglich, das aus Celebes eingeführte weisse Ziegenhaar (bok kading), das bei den Bahau als Verzierung für Schwerter und Schwertscheiden sehr beliebt ist. Diejenigen, die Ziegenhaar nicht erschwingen können, begnügen sich mit einem Bart aus den weissen Fasern der Ananasblätter, aus denen auch Zeuge hergestellt werden. An der Maske werden Nasenlöcher oder Öffnungen zwischen Nase und Augen angebracht, die dem Darsteller das Hindurchsehen gestatten.
Landung der Geistermasken.
Werden bei besonderen Gelegenheiten, die Tänze von Priestern aufgeführt, so benützen sie lange, weisse Späne von Fruchtbaumholz, um die Haare darzustellen.
Die Verkleidung fand auf einer weiter oben im Mahakam gelegenen Geröllbank statt, nachdem alle in Ruhe ihr Mahl beendet und die letzten Vorbereitungen für die Maskerade getroffen hatten. In einigen langen Böten, von kleinen Knaben gerudert, kamen die sehr wild aussehenden Gestalten flussabwärts bis zur Landungsstelle gefahren, wo andere Männer damit beschäftigt waren, nach dem Bad ihre schönsten und längsten Lendentücher um die Hüften zu schlingen. Ebensowenig wie die Bahau für sich selbst einen guten Bade- oder Anlegeplatz am Ufer freihalten, indem sie etwa in den Fluss gestürzte Baumstämme aufräumen, hatten sie jetzt für die Landung der Geister, die ihnen zu einer guten Ernte verhelfen sollten, irgend welche Vorbereitungen getroffen. So landete denn die phantastische Gesellschaft zwischen halb verfaulten Baumstämmen und den Erdmassen, die bei dem niedrigen Wasserstand zum Vorschein kamen.
Schweigend bestiegen die Geister das hohe Ufer und begaben sich sogleich auf den freien Platz, der sich zwischen der provisorischen Wohnung des Häuptlings und der unsrigen befand. Hier wurden sie von einer zahlreichen Menge erwartet, die ihre schönsten, mit Stickereien und Figuren verzierten Kleidungsstücke angelegt hatte. Viele Kinder und junge Frauen prunkten auch noch mit schön gearbeiteten Mützen, Armbändern und Halsketten. Ich hatte jetzt Gelegenheit, alles Schöne, was der Stamm an Perlenarbeiten und Stickereien besass, kennen zu lernen; für gewöhnlich werden diese Herrlichkeiten verborgen gehalten.
Um alles besser beobachten zu können, begab ich mich zu Kwing Irang, den ich in seiner Reisscheune mitten unter allen Körben mit Kampfhähnen hockend antraf. Von hier aus, nicht allzu hoch über dem Erdboden, konnten wir den Tanz gut beobachten.
Tanz der Geistermasken.
In einem bestimmten, auf dem Gong angegebenen Rhythmus, von dem, bei Gefahr eines Unglückes für die Teilnehmer, nicht abgewichen werden durfte, stellten sich die grünen Massen in brennender Mittagssonne in einen Kreis und führten unter begleitenden Armbewegungen und Schütteln und Drehen des Hauptes allerhand Schritte aus. Gegen 12 Uhr kamen noch einige verkleidete junge Leute von dem Flüsschen Ikang, um die Zahl der Geister zu verstärken, so dass ihrer dieses Jahr 23 waren. Nachdem sie eine gute halbe Stunde getanzt hatten, wobei ihnen ihre kühle Bedeckung in der Hitze sicher gut zu statten kam, stellten sich alle hinter einander, um die bruwa parei (Seele des Reises) aus fernen Gegenden zu sich zu holen.