»Aber erlauben Sie, ich hatte nicht geglaubt –«

»Wenn Sie es nicht geglaubt haben, so doch ich, also –«

»Werden wir appellieren!«

»Weiser Mann, verschonen Sie mich mit dem Appellieren; warten Sie die Moral meiner Fabel ab und dann appellieren Sie zweimal, wenn Sie wollen.«

»Wenn die Richter mit Rücksicht auf Sie mir die gelinde Strafe von drei Jahren auferlegten; wenn, was Gott verhüte, der brave Herr Lieutenant Pietropaolo mich an irgend einen anderen Anwalt empfohlen hätte, der keine freundschaftlichen Beziehungen mit den gnädigen Beamten unterhalten, was für eine Strafe würde ich dann bekommen haben? Lassen wir die Possen, Herr Advokat, mit dem Militärgericht ist nicht zu spaßen, ich bin zu drei Jahren verurteilt und werde sie in Frieden abmachen! Die Schlauheit der Advokaten ist groß, aber die Schlauheit der Beamten ist größer.«

»Nein, bei allen Teufeln, wir müssen appellieren!«

»Noch einmal, appellieren Sie soviel und so oft Sie wollen – ich nicht!«

Nach einigen Tagen wurde ich in das Militärgefängniß zu Savona gebracht, wo jeder Gefangene zehn Stunden täglich angestrengt arbeiten mußte. Es war dort eine Druckerei, eine Weberei, eine Schneider-, Schuhmacher-, Tischler-, Klempner- und Matratzenmacherwerkstatt, eine Falz- und Gummiranstalt und mehrere andere kleinere Betriebe.

Ich kam zuerst in die Schneiderwerkstatt; hier blieb ich acht Monate, nähte Hosen, Jacken, Hemden, Bettwäsche und Taschentücher und verdiente täglich zwölf Centesimi.

Dann kam ich in die Falzerei, wo ich drei Monate blieb und täglich fünfzehn Centesimi verdiente.