Es regnete, wir Gefangenen standen alle unter einem Schutzdach, nahe dem Gefängnis, ich spähe in das Wachtzimmer hinein und sehe meinen Landsmann Antonio P…, genannt Catanzaro, ich winke ihn zu mir herein, und flüstere ihm zu:

»Kannst Du mir ein scharfes Messer geben?«

Er steckte die Hand in die Tasche, holt ein altes Messer heraus und sagt:

»Da, mach' es nicht stumpf!«

Mit diesem alten Messer, ohne Schärfe und Spitze gehe ich in meine Zelle zurück, um es zu prüfen, ich finde es für meine Zwecke unbrauchbar, aber ich denke: du wirst es versuchen, und wenn es glückt, bist du gerächt und die verwünschte Dienstzeit hat ein für alle Mal ein Ende.

Ich begab mich zu den anderen Soldaten und suchte den Gir…, ich näherte mich ihm, er suchte mir zu entfliehen und behielt mich im Auge; mehr und mehr überzeugte ich mich, daß er die Ursache meiner Leiden sei, mit einem Sprunge war ich bei ihm, faßte ihn an der Brust und rief:

»Elender, so rächt sich Deine Schändlichkeit!«

Mit dem alten losen Messer schnitt ich ihm schnell mehrere Male durchs Gesicht und stieß es ihm in die Kehle, dann klappt das Messer zu und schneidet mir zwei Finger entzwei; ich muß meine Beute loslassen, aber verfolge sie wütend in den Hof, jedoch vergebens: die Schildwache ruft »Heraus!«, die wachthabenden Soldaten eilen herbei, das Gewehr in der Hand, der Lieutenant mit gezogenem Säbel ruft:

»Halt, M…, halt, oder ich lasse schießen!«

Wütend wie eine Hyäne, der man ihr Opfer entrissen, entblöße ich meine Brust, wende mich um und brülle, während der Schaum mir vorm Munde steht: