»Hier müssen wir schneiden, ein Stück abschneiden!«
»Alle Wetter, Herr Doktor, was sagen Sie?« rief ich aus, »schneiden Sie mir lieber den Kopf ab.«
»Haben Sie den Dreck so lieb?«
»Er ist mein Abgott, und das Entzücken meiner armen Nerven.«
Lachend und trällernd ging er ab, die Thür wird geschlossen und ich bleibe allein. Der Stabsarzt war ein Dreißiger, heiter und sorglos, er scherzte gern mit mir und oft sagte er:
»Sie haben eine gute Natur, ein fröhliches und starkes Gemüt; wenn ich in Ihrer Haut steckte, würde ich keine vierundzwanzig Stunden leben.«
Zur Essenszeit kam der Sergeant mit einem Lazarettgehilfen und brachte mir etwas Salbe auf Papier, etwas gelbes Wasser in einem Becher, meine Suppe und mein Brot.
»Damit reiben und waschen Sie die Wunde; wenn etwas passiert, rufen Sie nur aus dem Fenster.«
Ich blieb allein, und obgleich ich mich kaum bewegen konnte, mußte ich mich selbst besorgen. Ich kletterte aus dem Bett und kroch auf der Erde zu dem Kübel hin, um mich selbst zu bedienen, mich selbst zu kurieren! Wenn mir dann oft die Kräfte zu erlahmen schienen, dann sagte ich mir oft:
Mut, M…, Mut! Auch dieses Drama wird sein Ende haben; und ich lachte, ich lachte wie ein Wahnsinniger.