Meine Teresina verließ mich nicht, lange Stunden saß sie unter meinem Fensterchen und tröstete mich mit ihren Ermahnungen und sanften Ratschlägen. Gott segne sie und lasse ihr seine Gnade zukommen, der edelmütigen Seele.

Eines Morgens sagte der Arzt zu mir:

»M…, nachher werden Sie den Besuch des Herrn Generals bekommen, ich empfehle Ihnen, sich anständig zu betragen und nicht soviel zu sprechen.«

»Gut«, sagte ich, »schon lange wollte ich eins von diesen großen Tieren sehen, endlich ist die Stunde gekommen, und besser spät als nie, sagt ein altes Sprichwort.« Am Mittag hörte ich Geräusch und Stimmengewirr auf dem Korridor, die Thür öffnet sich und ein großer Mensch in Generalsuniform mit dem Obersten und verschiedenen Ärzten des Lazaretts tritt herein, während andere draußen warten.

»Wie heißen Sie?« fragte der General mit grober rauher Stimme, indem er mich vom Kopf bis zum Fuß musterte.

»M…, Antonino M… vom 70. Infanterieregiment, zur Zeit hier im Lazarett in Behandlung.«

»Weswegen sind Sie angeklagt?«

»Ich weiß es nicht, ich glaube, ich bin unschuldig, und ungerechter Weise büße ich in dieser schmutzigen Zelle, von Guten und Bösen verlassen, von Gelehrten und Unwissenden verworfen, von Mächtigen und Elenden erniedrigt, von Tyrannen und Sklaven gequält, von …«[52]

»Genug, genug! Sie haben nur auf das zu antworten, was Sie gefragt werden.«

»Herr General haben mich gefragt und ich glaubte, es sei meine Pflicht, mit klaren Worten zu antworten.«