»Schweigen Sie! Antworten Sie nur auf das, was ich sage, und sonst nichts. – Wie geht es Ihnen hier?«

»Sehr schlecht, Herr; zwei Monate liege ich in diesem Jammerloch, von Gott und allen Heiligen verlassen; zwei Monate lang atme ich diese üblen Dünste, die mir die Lunge zerfressen; unendlich oft habe ich den Herrn Oberst gebeten, gefleht, angebettelt, mir eine einzige Stunde frische Luft zu gestatten – er hat es nicht gewährt. Tage lang wurde mein armer Körper von Ungeziefer gereizt, ich war voll, übervoll von Läusen.«

»Schweigen Sie, so spricht man nicht zu einem Vorgesetzten; ich werde Sie in Eisen legen lassen!«

»O, Herr, hören Sie mich an, erfüllen Sie meine einzige Bitte; ich flehe Sie an, gewähren Sie mir eine einzige Stunde am Tage in freier Luft, auf dem Hof!«

»Nein, das geht nicht; Sie sind Gefangener, ich kann es nicht erlauben.«

»O dann, Herr«, rief ich wütend, »dann lassen Sie mich lieber niederschießen, anstatt mich langsam hinzumorden; machen Sie ein Ende mit dieser verfluchten Dienstzeit!«

Fluchend gingen sie fort, die Thür fiel krachend in's Schloß.

Als ich allein war, erfaßten mich die Furien der Hölle, ich war entschlossen mich zu töten und hätte mich nicht die Stimme meiner Teresina an's Fenster gerufen, wer weiß, welche Schandthat ich befangen hätte!

Gegen Abend wurde mir meine Suppe gebracht und die Thür wurde aufgelassen; ich aß die Suppe und überlegte, endlich stand ich auf und ging hinaus und setzte mich zu den anderen Kranken auf den Hof.

Die Wachtposten sahen mich, aber keiner hielt mich an.