Nach zwei Tagen suchte der Staatsanwalt mich auf und sagte: ob ich meiner Sache so sicher sei, da ich mir sonst schlimme Folgen zuziehen konnte. Ich bejahte es und so erschienen Tags darauf zwei Karabinieri, die mich gefesselt nach Nocera schafften; hier angekommen, nahmen sie mir die Fesseln ab und ließen mich frei gehen, wobei sie mir in kurzer Entfernung folgten.

Ich kannte Nocera wenig und erst recht nicht die Straße, welche der Sergeant mir bezeichnet hatte, aber ich verließ mich auf den Zufall.

Ich gehe die Hauptstraße hinunter und dann erinnere ich mich, hier war ich an dem Abend mit S…, wo wir erst Wein tranken und dann so furchtbar sündigten, ich gehe eine Viertelstunde weiter, endlich komme ich an ein kleines Haus, hier rede ich eine Frau an, die vor der Thür sitzt:

»Liebe Frau, haben Sie Kinder?«

»Ja, zwei Söhne.«

»Wie alt sind Ihre Söhne?«

»Einer dreißig, der andere siebenundzwanzig.«

»Kennen Sie einen Jungen, der hier wohnen soll, er ist blond und blauäugig, aus guter Familie!«

»Nein, den kenne ich nicht,« antwortete sie trocken.

Nach langem Suchen endlich fand ich einen großen Palast mit weitem Eingang, der auch im übrigen nach der Beschreibung paßte, die jener Sergeant mir gegeben hatte. Und jetzt erblickte ich auch einen jungen Burschen, der pfeifend die Treppe herunterkam; mir wird heiß und kalt, meine Hände zittern, in den Ohren summt es mir.