Ich wurde festgenommen und zurückgebracht, ich bewaffnete mich mit der anderen Hälfte der Scheere, entschlossen, den Ersten, der mir den geringsten Anlaß geben würde, niederzustechen. Am selben Tage kam der Staatsanwalt zu mir und sagte:
»Ich verstehe Ihre Rachegedanken, aber niemand darf selbst Vergeltung üben, das ist Sache des Gesetzes. Sie haben unrecht gehandelt; wenn der Gerichtshof Sie verurteilte, so wird derselbe Gerichtshof das Urteil aufzuheben wissen, ein Versehen kann immer wieder gut gemacht werden, aber nicht so, wie Sie es anfangen.«
»Aber Herr Staatsanwalt, ich wollte in die Küche, der Wächter hat mich schlecht behandelt und ich …«
»Morgen werden Sie abreisen, verstanden? Ich hatte Ihre Abreise bisher hinausgeschoben, weil ich Ihnen die Genugthuung verschaffen wollte, daß Sie persönlich der Verhandlung gegen S… beiwohnen könnten, aber jetzt sehe ich, es ist besser, wenn Sie fortkommen; wenn gegen S… verhandelt wird, werden Sie hergebracht werden. Also halten Sie sich morgen bereit.«
»Herr Staatsanwalt, Sie haben Recht, ich habe gefehlt, verblendet von meinen Rachegedanken; ich wollte S… ermorden; aber jetzt verspreche ich Ihnen ruhig zu sein; wenn ich ihn jetzt bei mir hätte, würde ich ihm kein Haar krümmen, deshalb bitte ich Sie, lassen Sie mich hier.«
»Sie werden morgen reisen; hier würde es ein Unglück geben, wir kennen Sie lange genug.«
Ich mußte mich fügen, Tags darauf brachten mich zwei Karabinieri nach Taranto.
Hier ging es mir sehr schlecht; die Luft war verpestet, das Essen elend, das Wasser einer alten stickigen Cisterne entnommen, die von ekelhaftem Getier wimmelte.
Flöhe gab es wie Sand am Meer, Milliarden großer Flöhe, deren Biß furchtbar war.
Lange, dunkle, enge, niedrige Korridore waren unsere Schlafräume, in denen wir eine Nacht verweilten.