Ich schwang meinen Dolch und war im Begriff, ihm den Leib aufzuschlitzen, als eine eiserne Faust meinen Arm umklammerte, während Gir… angstvoll rief:
»M…, was machen Sie?! ich bin unschuldig! Ich habe nie von Ihnen gesprochen.«
»Sie sind ein Schurke, wir müssen ein Ende machen.«
Auf unser lautes Gespräch kamen viele Soldaten hinzu, die sich um uns aufstellten und gespannt das Ende des Dramas erwarteten.
»M…, was machen Sie?« rief der, welcher mich festgehalten hatte. »Ich bin Esp…, Ihr Freund und Landsmann, beruhigen Sie sich, M…, Sie machen sich unglücklich.«
Am folgenden Morgen wurde ich zum Kommandanten gerufen, ich erzählte ihm freimütig alles, was vorgekommen war.
Der Ehrenmann war trostlos und beklagte sich, daß ich ihn nicht von Anfang an unterrichtet hätte. Er versammelte die Piemontesen und meine Landsleute auf dem Hof und sprach eine Stunde lang zu ihnen, wie nur ein zärtlicher Vater zu seinen geliebten Söhnen unter so traurigen Umständen sprechen kann.
»Und jetzt,« schloß der würdige Offizier, »jetzt gebt Euch das Pfand des Friedens, der Eintracht, der Brüderlichkeit. Gir…, umarmen Sie Ihren Kameraden M…«
Wir küßten und umarmten uns, Gir… hielt seine Thränen mit Mühe zurück.
»Morgen ist Sonntag,« sagte der Hauptmann, »ein Festtag für Euch. Ihr werdet Euch zusammenthun, jeder giebt einen Lire, Herr Lieutenant G… hat Befehl, für Euch ein Festmahl zu veranstalten, zehn Flaschen Toskanerwein gebe ich dazu. Aus Euren Tischen werdet Ihr eine Tafel zusammenstellen, die Bänke können als Sitze dienen, für Tischwäsche, Gläser u. s. w. werde ich sorgen, und Ihr werdet zu Ehren des Friedens, der Einigkeit, der Brüderlichkeit essen und trinken. Sie, M…, sammeln das Geld und liefern es an Herrn Lieutenant G…, wer kein Geld hat, mag sich an mich wenden. Sie, Gir…, nehmen M… unter den Arm und gehen spazieren. Rührt Euch!«