»Nichts, lieber Ettore,« antwortete der Lieutenant, »nur Ihre Hand.«

Sie reichten sich die Hände, Virginia lag auf den Knieen und zerfloß in Thränen. Herr G… öffnete sein Portefeuille, nahm zehn Tausendlirescheine heraus, reichte sie Virginia und sagte:

»Bitte, nehmen Sie und gehen Sie mit Ihrem Ettore; mein Sohn bleibt bei mir.«

Ettore und Virginia nahmen sich bei der Hand und gingen, G… wurde ohnmächtig aufgefunden, wie er seinen Sohn in den Armen hielt.

Als er Hauptmann beim zehnten Infanterie-Regiment in Bologna war, traf er eines Abends einen Zahlmeister, der ihm klagte, daß er sich das Leben nehmen müsse, da ihm sechstausend Lire aus der Kasse fehlten, Guar… nahm die Kassenschlüssel, öffnete sein Portefeuille, gab dem Zahlmeister sechs Tausendlirescheine und sagte nur:

»Nehmen Sie, die Kasse stimmt jetzt, seien Sie vernünftig!«

Nach Gottes Fügung starb Virginia wenige Jahre später arm und elend in einem Irrenhaus; G… heiratete ein anderes Mädchen aus dem Volke von schlechten Gewohnheiten und unregelmäßigem Lebenswandel. Ehe er sie heiratete, sagte er:

»Clelia« – so hieß sie, »ich lege meinen Reichtum, mein Herz, meine Ehre, meinen guten Ruf in Deine Hände; willst Du mir treu sein, willst Du ein neues Leben beginnen?«

Sie versprach es und er erhob sie zur Herrin seines Lebens; sie gebar ihm ein süßes Töchterchen; der blonde Ludovico, der Sohn der Virginia, der jetzt zehn Jahr alt war, war immer bei ihm, und oft, so sagte man, umarmte er ihn und weinte, weinte herzbrechend.

Folgen wir dem Faden unserer Erzählung.