»Ja, Herr Lieutenant«, antwortete ich.
Von diesem Augenblick ab war der Lieutenant zuckersüß zu mir und übte alle möglichen Rücksichten gegen mich.
Und wie hatte er es erfahren, daß ich ihn töten wollte?
Mein Kamerad Mastr… hatte mich gesehen, als er seine Decke holte und aus dem Umstande hatte er meine Absicht erraten; er begab sich zu dem Lieutenant und benachrichtigte ihn, bat ihn aber, unter keinen Umständen seinen Namen zu sagen; denn wenn er ihn jetzt warnte, so geschähe es, um ihn vor Schaden zu bewahren; morgen könne man ihn auf die Folter spannen und er würde kein Wort sagen.
Drei Jahre verbrachte ich so im Elend, oft und aus nichtigen Gründen wurde ich bestraft, viele wurden vor ein Kriegsgericht gestellt und gingen jahrelangen Kerkerstrafen entgegen.
Nachts, anstatt zu schlafen, lag ich wach und quälte mein Hirn, um nicht in irgend eine Schlinge zu geraten.
Nie werde ich die Kaltblütigkeit meines Freundes Frol… vergessen.
Eines Abends saßen wir in der Schenke, mehrere Soldaten und ein Sergeant von unserer Kompagnie, und sprachen bei einem Becher Wein und einem Stück Brot über Politik, dabei war Frol… anderen Sinnes als der Sergeant, sie gerieten in Wortwechsel und schließlich gab der schuftige Sergeant dem Frol… eine mächtige Ohrfeige auf die rosige Wange. Frol… blieb ruhig und kalt, lächelnd bat er den Wirt um eine Schüssel mit Wasser, stellte sie vor dem Sergeanten auf, wusch sich das Gesicht, füllte sein Glas und stieß mit dem Sergeanten an, indem er sagte:
»Trinken wir auf das Wohl der Armee und auf uns armen Sünder!«
Der Sergeant wollte nicht Bescheid thun, mit schamrotem Gesicht ging er von dannen.