Der Vorfall kam dem Hauptmann zu Ohren, er rief Frol…, faßte ihn am Arm und sagte:
»Sie sind ein schlechter Soldat, ein neapolitanischer Trotzkopf, aber wir werden Ihnen Ihren Starrsinn austreiben: Sie haben dreißig Tage strengen Arrest bei Wasser und Brot, damit Sie Ihren Hauptmann Alessandro Ter… nicht vergessen.«
Er sei verflucht!
Die Entdeckung.
Ein ministerieller Erlaß ordnete an, daß die Soldaten der Strafkompagnie, die mit mehr als sechs Monaten Gefängnis bestraft waren und der Aushebungsklasse 1868 angehörten, auf dauernden Urlaub entlassen werden sollten. Die hiervon betroffenen Soldaten freuten sich und sahen ungeduldig der Stunde entgegen, wo sie dieser Hölle entrinnen konnten; auch ich freute mich, aber nicht ganz aufrichtig, denn ich wußte, daß etwas dabei nicht ganz in Ordnung war. Infolge meiner Sparsamkeit hatte ich mir eine ganze Ausstattung angeschafft, die ich, nachdem ich dreizehn Jahre lang von Hause entfernt war, gut gebrauchen konnte. Denn zu Hause war ich sicher, nichts vorzufinden, wie wäre das möglich, da mein Bruder vor Hunger starb und im tiefsten Elend saß. Der Ärmste!!…
Endlich kam das Verzeichnis der Soldaten, welche auf dauernden Urlaub gingen, sie wurden zusammengerufen und ich mit; mein Herz schlug heftig, die Beine trugen mich kaum, mein Geist war trübe und verwirrt. Warum? Ich wußte es selber kaum.
Unsere Uniform wurde uns ausgezogen, nur den Drillichanzug behielten wir, auch die Waffen wurden uns abgenommen und jedem von seinem Guthaben acht Lire und fünfzig Centesimi abgezogen. Den ganzen Tag herrschte ein Kommen und Gehen, wir waren sechsundachtzig Mann.
Am Abend wurde uns der Paß ausgestellt, unser Guthaben ausgezahlt und das Fahrgeld für die Eisenbahn übergeben. Als der Hauptmann mich sah, sagte er:
»Es thut mir leid, daß Sie schon fortgehen, ich hätte Sie gerne noch etwas länger hier gehabt, damit Sie Ihren Hauptmann Alessandro Ter… nicht vergessen.«