Dein Vater
Antonino M…

Mai, 1888.

Wieder daheim.

So bin ich denn erlöst von den schweren Ketten meines traurigen Unglücks, erlöst von dem grausamen Druck der Militärzeit, unter dem ich vierzehn lange Jahre geschmachtet habe.

Ich bin im Schoße meiner Familie, in meiner lieben Heimatstadt Parghelia, in der Umgebung meiner Wohlthäter, meiner lieben Landsleute, die alle freundlich, liebevoll und edelmütig gegen mich sind.

Wir stehen im Monat September 1882.

Ich umarmte meinen Bruder, seine Sprößlinge; ich sah seine würdige Gattin an, und ein neues Leben erschloß sich vor mir, ein Leben voll zärtlicher Familienbande, ein Leben des Jubels, des Friedens, der brüderlichen Liebe.

Es war ein Traum, ein entsetzlicher Traum!!

Gleich am ersten Tage sagte ich meinem Bruder, daß ich Liebe, Freundlichkeit und Wohlwollen gebrauche, da ich vierzehn Jahre alles hatte entbehren müssen, daß ich physischer und moralischer Hilfe bedürftig sei, und daß Mitleid mit notthue, bis ich mich an das neue Leben gewöhnt hatte; ich erklärte ihm rund heraus, daß er allein die Zügel der Familie halten solle, daß er das einzige Oberhaupt sein solle, um mit Sinn und Verstand alles zum Guten zu lenken; daß ich alles dazu beitragen wolle, für das Wohl seiner Kinder zu wirken, daß Harmonie und Friede zwischen uns herrschen, und eine weise Sparsamkeit im Haushalt walten müsse; nur um zwei Soldi für Tabak bat ich ihn, da dies das einzige Laster ist, dem ich ergeben bin.

Ich bin mäßig im Essen, und der Mensch, der lange im Unglück gelebt hat, muß es sein. Ein Bohnengericht, eine Suppe und ein Stück schwarzes Brot genügten mir, wenn ich das hatte, da dünkte ich mich ein Papst oder ein Prinz – mit einem Salat, oder einigen Tomaten war ich glücklich.