»Hochwürden, diese« – indem ich Vincenzina zeigte, »ist meine rechtmäßige Gattin.«
Vincenzina erhebt sich und sagt mit gleicher Stimme:
»Dies, Hochwürden,« – indem sie auf mich zeigte, »Antonino M… ist mein rechtmäßiger Gatte.«
Wütend erhebt sich der Hochwürdige und fluchend und gestikulierend geht er seiner Wege.
Ich verehrte Vincenzina einen Ring mit Diamanten und sie gab mir einen Ring mit ihrem goldenen Haar.
Es nahte sich der Tag, wo ich nach Catanzaro abreisen und mich dem Präfekten vorstellen mußte.
Es wurde beschlossen, daß Domenico M… alias Stadtvorsteher und Vincenzo M… alias Beigeordneter mich nach Catanzaro begleiten sollten. Es giebt in jenem Parghelia einige Bürschchen, die sich als Helden, als Mordkerle ersten Ranges aufspielen, die sich für Wunder was halten und nachher der Polizei Hülfe leisten, sie verteidigen und beschützen: gemeine, dumme, falsche Seelen! Sage ich unrecht, meine teuren Landsleute?
Folgen wir dem Faden unserer Erzählung und beschäftigen wir uns nicht mit jenen Dummköpfen, jenen Kanaillen von Spionen.
Von den Karabinieri begleitet, mußte ich mitten durchs Dorf gehen, um zu Vincenzina zu kommen und ihr das letzte Lebewohl zu sagen: wir küßten uns und unsere Thränen flossen zusammen, sie fiel ohnmächtig in meine Arme …
Ich durchwanderte die ganze Gegend, von den Bewaffneten begleitet. In Tropea empfing ein vierspänniger Wagen Domenico M…, Vincenzo M… und mich, im Galopp fuhren wir durch Monteleone, ohne daß jemand den Mund aufthat.