»Herr«, sagte ich, »ich mißbrauche Ihre Menschenfreundlichkeit, aber die absolute Notwendigkeit, in der ich bin, läßt mich anspruchsvoll sein …«

»Nein, nein«, antwortete er erregt, »sprechen Sie, sprechen Sie, wir stehen ganz zu Ihrer Verfügung.«

»Ich brauche fünf Lire, um den dringendsten Bedürfnissen zu begegnen, wenn ich in Pizzo und in Monteleone sein werde.«

»Peppino«, sagte der Vater zu dem Sohn, »geh' nach Hause und versorge den braven Jüngling mit Geld.« Peppino steckt die Hand in die Tasche, leert seine Geldtasche, nimmt zwei Fünflirenoten und giebt sie mir.

»Nein, nein«, ruft der Vater, »mein Sohn, das ist zu wenig, geh' nach Hause und versorge Deinen Bruder mit Geld.«

»Ich danke, Herr«, sage ich, »ich danke, das ist zu viel, fünf Lire genügen mir.«

»Und ich sage, daß es zu wenig ist«, sagte Herr Francesco erregt, »geh' nach Hause, sonst …«

»Herr, ich nehme nicht einen Centesimo mehr an; wenn Sie auf Ihren Vorschlag bestehen, bin ich gezwungen, die zehn Lire zurückzugeben.«

»Nun wohl, dann nehmen Sie dies kleine Geschenk an, als Pfand meiner Liebe für Sie«, und indem er einen goldenen Ring vom Finger nahm, steckte er ihn an meine Hand – »und ich bitte Sie, ihn oft anzusehen und sich meiner zu erinnern. Wenn Sie etwas bedürfen sollten, so erinnern Sie sich an Francesco R…, und wenn ich die wenigen Tage, die mir noch verbleiben, vollendet habe, dann werde ich es meinen Söhnen als Vermächtnis lassen, Ihrer zu gedenken, um Ihnen bei jeder Not beizustehen. Morgen werden Sie nach Pizzo abreisen, mein Sohn wird Sie vor dem Gefängnis mit einem Wagen und einem Kutscher erwarten, ich habe Sie den Karabinieri warm empfohlen und hoffe, Sie werden keine unangenehme Reise haben.« Er umarmte mich und küßte mich mehrere Male, mich mit väterlicher Zärtlichkeit an die Brust drückend.

Tags darauf in der Frühe reiste ich, nachdem ich Peppino umarmt hatte, von dannen.