Der Abtritt wird untersucht, unsere Arbeit entdeckt, man findet die Meißel, die Stangen und Hämmer, die im Kot begraben lagen. Wir werden mit Eisen und Handschellen und starken Ketten gebunden und der Chef der Wache frägt:

»Wer heißt hier Antonino M…?«

»Ich, Herr«, antwortete ich.

»Wächter«, befiehlt der Anführer, »lassen Sie den Gefangenen M… in das obere Zimmer gehen, aber bewachen Sie ihn gut!«

Dank meinem Verwandten Michele Accorinti ging ich frei aus, denn nachher habe ich erfahren, daß die armen Teufel tüchtig geprügelt wurden und als am folgenden Tage der Dampfer auf der Rhede vorbei kam, mußten sie unter strenger Aufsicht nach ihrem Bestimmungsort abreisen; die Angeschuldigten nach Monteleone mit warmen Empfehlungen von dem Direktor und dem Chef.

Ich vergaß dem Leser mitzuteilen, daß ich während der Zeit, da ich in dem Gefängnis zu Catanzaro war, eine lebhafte Korrespondenz mit Vincenzina unterhielt und daß, als ich in Monteleone ankam, mein Onkel, der Priester und meine Verwandten mir drohten, daß sie mich meinem Schicksal überlassen würden, wenn ich Vincenzina nicht verließe – alles nur Verschwörung der Schurken aus Spilinga, die hofften, daß ich mit der Zeit eine ihrer Töchter heiraten würde, um mich in Schimpf und Schande zu bringen, wie sie es mit dem Laffen, meinem Bruder, gemacht hatten.

Ich war gezwungen, mich zu fügen, und dann dachte ich: Ich komme vor Gericht unter einer nicht leichten Anschuldigung, wer weiß, was für Folgen mir in der Hinsicht begegnen können. Die arme Vincenzina mußte inzwischen warten, wer weiß wie lange. Wer kann die Wechselfälle des Lebens erforschen?

Wenn ich die Strafe verbüßt hatte, mußte ich Soldat werden und zwar erster Klasse des Jahrgangs 1850. Was konnte mir beim Militär begegnen? Unter einem so strengen Regiment war es bei meinem erregbaren Temperament leicht möglich, daß ich neuer Schande entgegenging.

Ich schrieb Vincenzina einen Brief, in welchem ich ihr mein trauriges Mißgeschick und die harte Folgezeit, die mir bevorstand, mitteilte; ich bat sie, mir meine Schwäche zu verzeihen, und sagte, daß wenn die Vorsehung mir geholfen hätte, bald in meine Heimat zurückzukehren, ich nicht verfehlt haben würde, ihr die Hand zu reichen, und daß ich sie noch immer liebte.

Ich sandte ihr ihren Ring zurück, indem ich sie bat, den meinen meiner Familie zuzustellen, um meine Verwandten zu befriedigen, die so empört gegen uns seien.