Und wer trug die Kosten dieser ungeheuerlichen Komödie? Es waren die armen Unglücklichen, die nicht der berüchtigten Sekte der Camorra angehörten.
Ich könnte viele Episoden mitteilen, welche die verhärtetsten Gemüter erschauern machen würden, aber meine Absicht, meine Pflicht, und weil ich nicht meineidig werden will, erlauben es mir nicht, und ich übergehe sie, um nicht den Menschen und seinen Schöpfer zu verfluchen.[16]
Nachts berieten Perrone und ich, was am folgenden Tage geschehen sollte, wenn er mit lauter Stimme von dem Gefangenenwärter zum Aufbruch aufgerufen werden würde.
Am Morgen näherte ich mich dem Ausgangsgitter und sprach mit dem Wärter, den ich fragte, ob er heute beim Aufruf der Gefangenen, die fort müssen, zugegen sein werde. Er antwortete bejahend; darauf teilte ich ihm mit, daß ein Gefährte von mir, der heute abreisen müßte, sich großer Gefahr aussetzte, wenn er entdeckt würde, und ich bat ihn, mir den Gefallen zu thun, wenn der Name Perrone an die Reihe käme, statt dessen den meinigen zu rufen, worauf Perrone, der von dem Plan unterrichtet sei, das Zimmer verlassen würde; auf diese Weise würde er für heute gerettet sein. Der Wärter gab meiner Bitte gern nach, er vermerkte mit Bleistift die Namen auf der Karte und sagte:
»Es ist in Ordnung, fürchten Sie nichts, Sie sind ein heller Kopf.«
Mittag kam heran, das Gitter wird geöffnet, der Wärter tritt mit einer Abteilung von zwanzig Gefangenen herein, er hält ein Blatt Papier in den Händen und ruft drohend:
»Ruhe, Ruhe!«
Als die Ruhe hergestellt ist, hält er sich das Blatt vor Augen und liest laut das Verzeichnis der Gefangenen vor, die abreisen mußten. Perrone stand an dem Ausgangsgitter, der Wärter rief ungefähr zehn Namen auf, dann rief er:
»M…«
Perrone stürzte hinaus und stieg eilig die Treppe hinauf, während ein anderer Wärter unten rief: