»Sehr wohl«, antwortet der Wärter.
Ich begab mich wieder zu meinen Gefährten und erzählte ihnen mein Abenteuer im Gefängnis zu Foggia, wobei ich nicht die fünf Lire vergaß, die ich dem falschen Picciotto gegeben hatte.
Die wackeren Genossen gerieten in große Wut, der eine wollte ihn töten, der andere die Nase abschneiden, der dritte das Gesicht verstümmeln – alle fluchten und drohten durcheinander, die Fäuste streckten sich in die Höhe und die Messer wurden hervorgezogen.
Ich mußte sie bitten, sich zu beruhigen und das zu thun, was ich dachte.
»Liebe Genossen«, sagte ich, »wir wollen ihn weder töten, noch verstümmeln; das thut man nicht mit einem armen Burschen, der so elend ist wie wir; ich will Euch ein Mittel angeben, eine famose Posse aufzuführen, wobei keiner zu leiden braucht. – Bildet eine camorristische Gesellschaft, ernennt ein Haupt, wählt die Camorristen, die Picciotti, die Novizen, stellt eine richtige Societa di diritto dar; wenn der Picciotto Pescari eintritt, dann fragt ihn erst nach den Aufnahmerechten, dann nach den Wohnungsrechten; das Übrige werde ich machen: wenn Ihr in Zukunft Rechenschaft über Euer Benehmen ablegen müßt, so stehe ich für alles ein; ich bürge für alles, was daraus folgen kann; aber ich bitte Euch, die Hand in der Tasche zu lassen und nicht das Messer gegen den gemeinen falschen Picciotto zu gebrauchen; ich werde mich beiseite halten und keinen Anteil an der Komödie nehmen und ihr müßt mich gleichgiltig behandeln.«
Sie traten zusammen und thaten, was ich angeordnet hatte.
Der Picciotto Paolo Pescari tritt ein und sagt:
»Heil den Genossen!«
Er verhunzte das Losungswort oder kannte es nicht, es lautete statt dessen:
»Heil und Frieden den Genossen, Achtung Allen!«