Bis auf den Abend dauerte das Mahl meiner Genossen. Sie erhoben sich von der Tafel mit vollem Magen und weinerhitzten Köpfen; jeder hatte eine gute Zigarre zwischen den Zähnen und blies mächtige Rauchwolken von sich. Sie umringten den unglücklichen Pescari und fingen die alten Fragen über seinen Prozeß, seinen Anwalt, über Camorristen und Picciotti wieder an. Ich trat ans Fenster und sagte einem Wärter, der vorbeiging:

»Haben Sie die Güte, mir den Wärter di A… zu rufen, ich möchte ihn sprechen.«

Alsbald erschien di A…

Dieser Wärter war ein armer, alter Mann, Vater von neun Töchtern, arm wie Hiob, so daß er die Gefangenen um ein Stück Schwarzbrot anbettelte. Er war mir gewogen, weil ich ihm Brot und etwas Tabak gegeben hatte, auch einige Näpfe voll Brei oder Reis[20].

»Was giebt's, M…, wünschen Sie etwas?«

»Sagen Sie, di A…, kann ich mich auf Sie verlassen?«

»Gewiß, wie ich mich auf Sie verlassen habe.«

»Nun, so hören Sie mich an und thun Sie, was ich Ihnen sage: Hier ist ein Sack mit Kleidern, ich weiß nicht, was für welche; sie sind uns hier unbequem, und ich möchte, daß sie wegkommen; wollen Sie das übernehmen?«

»Aber wem gehört der Sack?«

»Dem Teufel, der Dich holen soll!«