»Kalabreser,« sprach der Direktor, »Ihr seid alle brave junge Leute, ich habe viel Nachsicht mit Euch gehabt, weil Ihr fern von Eurer Heimat seid, und glaubt mir, ich will Euch wohl, aber heute habt Ihr mir einen Kummer verursacht, den ich von Euch nicht erwartet hätte[23]. Gestern ist der Gefangene Pescari hier hereingekommen. Er sagt, daß Ihr ihn mit Gewalt veranlaßt habt, dreißig Lire auszugeben, das einzige Geld, das er hatte; dann hatte er, als er hereinkam, einen Sack mit Kleidern bei sich, auch dieser Sack ist inzwischen verschwunden. Ist das wahr, was Pescari behauptet?«

Zwanzig Stimmen erwiderten auf einmal:

»Der Gefangene Pescari ist ein Hallunke! Er ist ein Dieb, ein Lügner!« Und alle schrieen sie durcheinander, daß die Schildwache, welche vorbeiging, die Wache zu den Waffen rief.

Ein Haufe von Luceranern rief von außen:

»Die Kalabreser töten die ganze Wache, sie empören sich, sie wollen fliehen.«

Der Direktor und die Wärter gehen eilig fort, die Thür heftig zuschließend, und wir lachen, heulen und singen.

So schloß die Posse, und Paolo Pescari, der Picciotto mit der schiefen Mütze, bezahlte die Zeche der Camorra mit dreißig Lire und einem Sack neuer Kleider, die etwa fünfzig Lire wert sein mochten; so bezahlte er teuer die fünf Lire, die ich ihm im Gefängnis zu Foggia gegeben hatte.

Wer schlecht handelt, verdient es noch schlechter.

Von dem Sack mit Kleidern hatten die Kalabreser wenig, sie kamen ganz dem armen Wärter zu Gute.

In dem anderen Zimmer waren zwei neapolitanische Camorristen, meine Bekannte, sie erkundigten sich nach dem Geschehenen, und als sie erfuhren, daß er sich den Namen und die Eigenschaften eines Picciotto beigelegt habe, während er durch ein bekanntes Zeichen und etwas anderes, das ich nicht sagen darf, kenntlich war, wollten sie ihn verstümmeln; aber ich wollte es nicht und bat sie, ihn nicht zu berühren, da seine Strafe genügend sei; aber er bekam eine ordentliche Tracht Prügel und Fußtritte.